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Historisches zum Seiberer

Am 9. Juni 1924 veranstaltete die Kraftfahrer-Vereinigung NÖ-Land erstmals ein Bergrennen am Seiberer im Herzen der Wachau. Diesen nannte man damals wegen seiner landschaftlich reizvollen Umgebung den ,,Semmering der Wachau". Wochenlang wurde an der Instandsetzung der Seiberer-Straße gearbeitet, so dass sich die durchwegs etwa fünf Meter breite und acht Kilometer lange Sandstrecke am Tag des Rennens in sehr gutem Zustand befand.

23 Motorräder starteten in sieben Kategorien, von 101 bis 1000 ccm, beim Kilometerstein 0.1 in Weißenkirchen, welches das damals übliche Bild mit engen Gassen und Gedränge bot. Die beste Zeit des Tages fuhr Rupert Karner auf einer 3.5 PS Sunbeam (bis 500 ccm) und wurde damit der erste Anwärter auf den von Max Fuchs gestifteten Wachauer Wanderpreis.

Bei den Automobilen gab es in den Kategorien 0,75, 2 bzw. 3 Liter und Cyclecars bis 1100 ccm nur Alleinfahrten, wobei Bernhard Kandl auf Amilcar gewann. Weiters starteten Fahrzeuge der Marken Peugeot, Steyr und Austro-Daimler. Letzteren steuerte der routinierte Tourenfahrer Max Oberndorfer, der bei besserer Kenntnis des Terrains gewiss schneller gewesen wäre.

Ein Jahr später organisierte der NÖ Automobil-Club das zweite Seiberer-Rennen, bei dem sich 30 Konkurrenten und auch Fahrerinnen in vier Solo- und drei Beiwagen-Motorrad-Klassen stellten. Da der Seiberer zu den schwierigsten Bergrennen zählte, gelangte auch die Landesmeisterschaft zur Austragung, wodurch Robert Jellinek auf seiner 500 ccm OHV Sunbeam mit einem neuen Streckenrekord den Titel des NÖ Bergmeisters errang.

Erst nach fünf Jahren Pause wurde für den 5. Juli das nächste Bergrennen angekündigt. Bei einem Nenngeld von 5 Schilling gab es Ehrenpreise von über 1.800 Schilling. In der Zeit vielfacher Absagen sportlicher Veranstaltungen wurde der Start auf den 26. Juli 1931, 13.30 Uhr, verlegt. Wie es damals üblich geworden war, veranstaltete man zuvor eine Plaketten-Zielfahrt zum Seiberer, bei der 78 Fahrer bis zu 838 km zurücklegten. Der Zustand der Rennstrecke war nicht als gut zu bezeichnen, trotzdem schlug Gayer auf Indian den Streckenrekord.



Am 22. Mai 1938 sollte noch einmal das Seiberer-Rennen stattfinden, diesmal veranstaltet von der Sektion St. Pölten des Österreichischen Motorfahrer-Verbandes. Es gab jedoch keine Berichte mehr darüber, und so ließ der nächste motorsportliche Wettkampf auf dem Seiberer-Berg bis zum 26. Juni 1955 auf sich warten.

Von 1955 bis Anfang der 70er-Jahre fanden dann in unregelmäßigen Abständen verschiedene Bewerbe wie Rallye-Sonderprüfungen, Winter-Wertungsfahrten und Bergrennen statt. Einige der damaligen Teilnehmer kann man heute wieder am Seiberer mit ihren mittlerweile zu Oldtimern gewordenen Fahrzeugen antreffen.

Der Puch 500, oder besser der 650er zählten in den 60ern zu den Sieganwärtern auf engen und winkeligen Bergstrecken. Mit Startnummer 35 wurde Heinz Schraml im Jahre 1968 auf Steyr-Puch 650 TR Klassensieger bis 700ccm bei der Seiberer-Wertungsfahrt.

Der Gesamtsieger 1968 hieß Hermann Bennier auf BMW-Alpina.

Rudolf Schraml, der Bruder von Heinz fuhr als Beifahrer mit Walter Langeder 1969 auf Mini Cooper 1000.

Natürlich wurden auch größere Fahrzeuge, wie jener MGB und schwerere Fahrzeuge, wie der Volvo Amazon beherzt fast jenseits jedes Limits auf den Seiberer getrieben.


Die beiden Fotos entstanden bei der Seiberer-Wertungsfahrt 1967.

Man beachte auch den äußerst interessierten Zuschauer, der angespannt auf das Ergebnis der beherzten Schräglage des Amazon am Kurvenausgang wartet, dabei aber gleichzeitig seine eigene Schräglage in Anbetracht des nahe liegenden Abgrundes unter Kontrolle zu halten versucht.

1986 wurde der Seiberer Bergpreis vom Ersten Österreichischen Kleinwagen Club als Oldtimer-Bewerb wiederbelebt. Der als Gleichmäßigkeitsfahrt ausgeschriebene Seiberer Bergpreis entwickelte sich zur traditionellen Eröffnung der Österreichischen Oldtimersaison und erreichte internationale Bedeutung. Für viele Teilnehmer ist es ein besonderes Vergnügen ihre neu erworbenen und/oder aufwendig restaurierten Raritäten erstmals am Seiberer einem zahlreichen Publikum und vielen Gleichgesinnten vorzustellen.


Der Seiberer Bergpreis bietet heute nicht nur den Besitzern historischer Kleinwagen, sondern auch vielen Motorrad-, Moped- und Rollerfahrern die Möglichkeit ihre Fahrzeuge auf einer historischen Bergrennstrecke zu bewegen und dabei die äußerst reizvolle Landschaft nördlich der Wachau zu erleben.

Das zahlreiche Publikum erinnert sich beim Anblick des Starterfeldes oft an das erste eigene Motorrad oder den ersten Kleinwagen der Eltern in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, einer Zeit des Wiederaufbaus und der beginnenden Motorisierung des "kleinen Mannes". Von vielen Zuschauern hört man nicht selten die Worte: "So einen hatte ich auch mal..." und Erinnerungen an die "gute alte Zeit" werden wach.

Manche Oldtimer-Liebhaber, allen voran Martin Strubreiter, lassen es sich nicht nehmen, alljährlich den Seiberer auf historischen Rennrädern zu erklimmen. Was aus Jux und Spaß entstand, wurde im Laufe der Jahre zum fixen Bestandteil des Seiberer Bergpreises.

Neben Steyr-Puch in allen nur erdenklichen PS-Klassen, sowie der Vielfalt anderer historischer Kleinwagen finden sich auch hubraumstärkere Pkw und Sportwagen alljährlich im Starterfeld des Seiberer Bergpreises.

1998 war der Seiberer Bergpreis die vermutlich erste Oldtimerveranstaltung Europas, die live im Internet mitverfolgt werden konnte. Unter www.seiberer.at kann jeder dabei sein, auch wenn er nicht dabei sein kann.

Der Erste Österreichische Kleinwagen Club freut sich alljährlich auf ein abwechslungsreiches und schönes Starterfeld beim internationalen Seiberer Bergpreis und wünscht allen Teilnehmern und Zuschauern viel Spaß beim Plaudern mit Gleichgesinnten und eine Gute Fahrt auf den Seiberer Berg.